Wissenwertes zum Thema Mensch und Gesundheit:
Richtig Ausruhen hält so richtig fit
Tempo und Termine bestimmen
ihren Alltag. Die 37-jährige Bankkauffrau Sabine ist immer
in Eile, um
ihr Tagespensum zu schaffen.
Als berufstätige Mutter versorgt sie ihren Mann, ihre zwei
Kinder, kauft
ein, kocht, putzt und wäscht.
Sie engagiert sich in einer Elterninitiative und im Tennisclub.
In ihrer
wenigen Freizeit lernt sie Wirtschaftsenglisch.
Eine private Einladung würde sie genau so wenig
absagen, wie die zusätzlichen
Überstunden, die als Abteilungsleiterin in der Bank bei
ihrem Gehalt
erwartet werden. Doch seit sie
immer öfter und immer länger krank wird, ist sie zunehmend
unzufrieden
mit sich und der Umwelt. Nicht
nur die ständigen Kopf- und Nackenschmerzen quälen
sie, sondern es
gesellen sich auch Erkältungen
bis hin zur kräftigen Angina hinzu. Ob wohl ihre Muskulatur
zu schwach
ist und das Immunsystem nicht
mehr richtig funktioniert? „Streikt mein Körper?“
fragt sie sich. „Ich
komme ja kaum zur Ruhe.“
Sabine erfährt wie viele
andere, was Wissenschaftler bestätigen: Rastlosigkeit und
Stress können krank
machen. Die Muskulatur verspannt
mehr und mehr, das Immunsystem ist angegriffen und außer
Kraft
gesetzt. Der Körper gibt
Alarmsignale: Lass mich endlich ausruhen, lass mich entspannen.
Die natürlichste Entspannung
ist zunächst einmal das Nichtstun. Wer langsamer lebt,
bleibt lange jung.
Das Leben lässt sich durch
„Energiesparen“ verlängern. Die bedächtige
Schildkröte wird nicht umsonst
steinalt - ganz im Gegensatz
zum umherhetzenden Hasen. Während ständige Anspannung,
auch in der
Freizeit, viele Abwehrstoffe
verbraucht, früher altern lässt und die Leistungsfähigkeit
reduziert, kann der
Körper nur in der gezielten
Entspannung Stressstoffe abbauen und regenerieren. Wer bereits
ausgepowert ist, tut sich mit
übertriebenem Fitnesstraining nichts Gutes. Zuerst sollte
sich jeder
häufiger trauen, einfach
mal nichts zu tun und dieses Nichtstun zu genießen. Das
ist zwar leicht
gesagt, wo doch das Nichtstun
als Laster gilt, als Disziplinlosigkeit gegenüber sich
selbst. Doch wer
sich immer mal wieder genussvoll
entspannt, ist noch lange kein Faulpelz. Die wahre Lebenskunst,
die
lange Gesundheit versprechen
kann, findet sich im Ausgleich zwischen dem aktiven Tun und
dem
passiven Nichtstun. Dies gilt
nicht nur für den Alltag, sondern darüber hinaus ebenso
für längere
Lebensphasen.
Nicht umsonst gibt es das Sprichwort
„In der Ruhe liegt die Kraft“. Auch ganz Große
holten sich ihre
Kraft in der Ruhe. So verbrachte
der Dichter Dostojewski ganze Sommer am Strand, ohne dass er
auch
nur eine Zeile zu Papier gebracht
hätte. Er tankte so lange Kraft in der Ruhe, bis er den
Kopf voller
Ideen hatte, die dann in einer
Zeit voller Tatendrang aus ihm heraussprudelten. Große
Geister sehen
das „aktive Nichtstun“
als Schwelle zu großen Taten, als Quelle der Kraft und
Inspiration, als
notwendige Voraussetzung um
Höchstleistungen zu vollbringen. Es ist nicht auszudenken,
was die
Welt heute wäre und welche
wichtigen Werke zu wahrem Fortschritt für die Menschheit
nicht
entstanden wären, wenn
alle Größen Workaholics gewesen wären, unter
ständigem Stress und null
Freizeit.
Das Geheimnis des Genies ist
aber nun auch wieder nicht allein das süße Nichtstun.
Denn nur im
Wechselspiel zwischen Ruhe und
Arbeit wird wirklicher Genuss zur Realität, kann sich ein
Glücks- und
Selbstwertgefühl einstellen.
Wer nach getaner, erfüllter Arbeit rechtschaffen müde
ist und sich ausruhen
kann, erlebt wirkliches Glück.
Wer sich hingegen hinlegen muss, ohne es zu wollen, für
den kann auch
das Ausruhen zur Qual werden.
Der richtige Ausgleich zwischen
An- und Entspannung will also wieder geübt und gelebt werden,
da sich
nur dadurch wirkliche Zufriedenheit
und Gesundheit einstellen kann.