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Gesundheits-Blog

Abhärten oder Einmuckeln – Mythen um Fitness und Abwehrkräfte

Germanische Urvölker tauchten Neugeborene in Eiswasser. Zumindest die Absichten waren gut, denn die Prozedur sollte abhärtend wirken. Die Folgen waren jedoch häufig fatal.

Schon vor tausenden von Jahren hatten die Menschen ein Verständnis vom Immunsystem und körperlicher Widerstandsfähigkeit, auch wenn die daraus gezogenen Schlüsse seither zum Großteil revidiert wurden – und bis heute immer wieder angepasst werden.

Die Ernährungsempfehlungen für Säuglinge und Kleinkinder ändern sich immer noch alle paar Jahre. Und das hat durchaus mit der Einschätzung des Immunsystems zu tun. Fragen zur Entwicklung von Allergien zum Beispiel werden durch wechselnde Ratschläge zum Stillen, Abstillen und dem Zeitpunkt des Beginns der Ernährung mit festen Speisen sowie zu deren Zusammensetzung immer wieder neu beantwortet.

Das Immunsystem ist also alles andere als abschließend erforscht. Es kursieren Weisheiten, Mythen und Wahrheiten rund um das Immunsystem und seine Anregung und Stabilisierung.

Ein Saunagang, Heiß/Kalt-Bäder, leichte Kleidung bei kühlem Wetter, viel frische Luft – das alles sind Maßnahmen zur Prävention von Krankheiten und somit auch zur Stärkung des Immunsystems. Der medizinische Wissensstand befürwortet heute eine gewisse Reizung und Herausforderung der Abwehrkräfte, zum Beispiel durch Herz-Kreislauf-Training und Warm-Kalt-Wechsel. Von einer allzu starken Beanspruchung rät man allerdings mittlerweile ab. Vor allem andauernde Kälte scheint der körperlichen Widerstandsfähigkeit zu schaden. Vor allem wenn die Körpertemperatur abfällt, drosselt sich das Immunsystem und der Körper wird punktuell infektanfällig. Der klassische Schnupfen durch Verkühlung ist also eher ein Gesundheits-Mythos. Kälte allein überträgt keine Viren oder Bakterien, sie macht es ihnen nur leichter, sich im Körper einzunisten.

Der Einfluss der Ernährung auf das Immunsystem ist unstrittig. Im Darm jedes Menschen sitzen Billionen von Bakterien. Ihre Zusammensetzung, das Mikrobiom, ist bei jedem Menschen etwas anders. Inwiefern sich das Biom durch die Ernährung beeinflussen lässt, ist noch nicht endgültig geklärt. Bestimmte Nahrungsmittel haben jedoch durchaus heilende Wirkung. Die Hühnersuppe beispielsweise wirkt schleimhautabschwellend und leicht antibiotisch. Vitamin C und Zink unterstützen die Produktion und Stabilisierung bestimmter Abwehrzellen, die uns gegen Krankheiten schützen.

Ein gesundes Immunsystem bekämpft übrigens nur wirklich schädliche Viren und Bakterien. Bei Allergien schießt das Immunsystem allerdings übers Ziel hinaus und wehrt sich gegen eigentlich harmlose Reize. Inwieweit dies Rückschlüsse auf frühe und starke im Gegensatz zu vorsichtiger Exposition der Allergene und eine erfolgreiche dauerhafte Desensibilisierung spricht, ist ebenfalls nicht allgemein zu beantworten.

Unbestritten scheint die Formel: Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – ein gesunder Körper in einem gesunden Geist.

Kommen Sie gut durch die kalte Jahreszeit!