Ihre Schultern verraten, wie viel Sie wirklich tragen
„Eigentlich geht es mir gut.“ Diesen Satz höre ich in meiner Praxis immer wieder. Und manchmal erzählt der Körper gleichzeitig eine ganz andere Geschichte. Die Schultern sind hochgezogen, der Nacken wirkt fest, der gesamte obere Rücken scheint unter Spannung zu stehen. Erst wenn ich meine Klienten darauf aufmerksam mache, merken manche, wie viel Kraft sie den ganzen Tag unbewusst aufwenden.
Unsere Schultern können erstaunlich viel darüber verraten, wie angespannt wir gerade sind.
Schulter und Nacken arbeiten eng zusammen
Schulter und Nacken sind keine voneinander getrennten Bereiche. Zahlreiche Muskeln verbinden Kopf, Halswirbelsäule, Schulterblätter, Brustkorb und Rücken miteinander. Verändert sich die Spannung an einer Stelle, kann sich das deshalb auch auf andere Bereiche dieser Muskelketten auswirken.
Das kennen viele Menschen aus ihrem Alltag. Sie sitzen lange am Schreibtisch, schauen auf den Bildschirm und merken erst Stunden später, dass der Kopf nach vorne gewandert ist und die Schultern hochgezogen sind. Kommen Zeitdruck, Sorgen oder innere Anspannung hinzu, kann sich dieses Muster noch verstärken.
„Ich dachte, das wäre meine normale Haltung“
Ein Klient erzählte mir einmal, dass er seinen verspannten Schulterbereich längst als normal empfand. Er arbeitete viel, trug beruflich große Verantwortung und war gedanklich eigentlich immer bei der nächsten Aufgabe.
Als er auf der Liege zur Ruhe kam, fiel ihm erstmals bewusst auf, wie angespannt sein Schultergürtel war. Er sagte später sinngemäß: „Ich wusste gar nicht mehr, wie sich locker eigentlich anfühlt.“
Solche Momente finde ich besonders interessant. Denn unser Körper kann sich an eine erhöhte Muskelspannung gewöhnen. Was einmal eine Reaktion auf Belastung war, wird dann möglicherweise kaum noch bewusst wahrgenommen.
Wenn die gesamte Muskelkette unter Spannung steht
Gerade deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die einzelne Schulter zu schauen. Haltung, Muskelspannung und Nervensystem beeinflussen sich gegenseitig. Wenn wir ständig „auf Spannung“ sind, kann sich das auch in unserer Körperhaltung widerspiegeln.
Die Vitametik setzt mit einem gezielten Impuls an der seitlichen Halsmuskulatur an. Dieser Impuls kann die neuromuskuläre Entspannung unterstützen und dazu beitragen, angestaute muskuläre Spannung im Schulter-Nacken-Bereich zu beruhigen.
Vielleicht beobachten Sie sich heute einmal selbst: Wie sitzen oder stehen Sie gerade? Ist Ihr Nacken locker? Sind Ihre Schultern entspannt – oder halten Sie unbewusst etwas fest?
Manchmal verrät unsere Haltung mehr über unsere Belastung, als uns selbst bewusst ist.
Autor: Volker Hoffmann

