• Frau lehnt sich entspannt im Bürostuhl zurück – Symbol für ergonomisches Sitzen und vitametische Entspannung

    Ich liebe meinen Rücken

Raus hier! – Wie Bewegung die Entwicklung von Kindern fördert

Kinderkörper sind nicht für dauerhaftes Sitzen gemacht. Der Rücken ist noch nicht stabil genug. Und auch der Kindergeist ist nicht für dauerhaftes Sitzen gemacht. Auch hier könnte man sagen: Er ist noch nicht stabil genug.

Für Kinder stellen körperliche Fitness oder geistiger Ausgleich kaum einen Antrieb für die körperliche Bewegung dar. Sie bewegen sich einfach, weil sie Freude und Lust daran haben. Bewegung entspricht ihrem natürlichen Drang und ist eine wichtige Anlage, um die Entwicklung vom getragenen Säugling zu einer selbstständigen, selbstbewussten und gesunden erwachsenen Persönlichkeit durchlaufen zu können. Ein Kind hüpft spontan vor Freude, rennt, klettert, schaukelt, springt und tobt. Damit erlernt es zum einen eine motorische Sicherheit und ein räumliches Verständnis. Zum anderen kann es sich mit anderen Kindern messen und vom Austausch lernen. Toleranz, Rücksicht und Kooperation erfahren Kinder am besten im spielerischen Umgang mit Gleichaltrigen. Und der ist naturgemäß bewegungsintensiv.

Kinder brauchen also eine Umwelt, die fordert, einlädt und begrenzt, um sich orientieren zu können. In diesem definierten Rahmen heißt es dann: rennen, springen, stoßen, gewinnen und verlieren.

Es ist nachgewiesen, dass Kinder durch körperliche Aktivität besser lernen und – vereinfacht gesagt – schlauer sind. Besonders Bewegungen, die die vertikale Körpermitte überkreuzen, schaffen neue neuronale Verbindungen im Gehirn. Wenn der Sportverein oder die nachmittägliche Fahrradtour allerdings mit der Playstation um die Gunst des Heranwachsenden konkurrieren müssen, kommt die Bewegung leider immer häufiger zu kurz. Dabei nehmen vor allem kleinere Kinder ihre Umwelt weniger über den Kopf wahr, sondern be“greifen“ sie im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bewegung und der körperliche Kontakt lassen Kinder erst mit ihrer Umgebung interagieren. Aus Neugier anfassen, eine Tür aufdrücken, vor Schreck weglaufen – das alles weicht heute der technischen Hilfestellung und der Virtualität. Die Welt kommt quasi zum Kind; es muss nicht mehr hingehen.

Deshalb ist es wichtig, das Zusammenspiel der kindlichen Sinne aktiv zu fördern, Bewegung zu ermöglichen und ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung beim Kind herzustellen. Balancieren, hüpfen, rollen, der klassische „Hampelmann“ – Bewegungsspiele sind draußen und mit Gleichaltrigen am schönsten. Wenn es mal nicht anders geht, lassen sie sich auch mit Mama oder Papa in der Mehrfamilienhauswohnung durchführen.

Achten Sie nach Möglichkeit darauf, Ihrem (Klein-)Kind mindestens zwei Stunden am Tag mit aktiver Bewegung zu ermöglichen. So stärken Sie den Körper und den Geist Ihres Kindes nachhaltig.